Nehmen wir einmal einen Stein. Er liegt da. Still. Dann schlägt jemand mit dem Hammer auf den Stein. Natürlich verändert dies sowohl Hammer als auch Stein. Der Stein wird getroffen, vielleicht springt ein Stück ab, vielleicht entsteht ein Riss. Der Hammer hat vielleicht einen Kratzer mehr.
Und danach ist weder Stein noch Hammer ganz derselbe wie vor dem Schlag.
Der Schlag ist vorbei. Der Hammer ist schon wieder woanders. Die Bewegung ist beendet. Aber die Kerbe respektive der Kratzer ist noch da.
Etwas aus dem Geschehen ist geblieben: eine Spur.
Diese hinterlassene Spur nenne ich ein syngramm. Ich benutze den Begriff wörtlich: das gemeinsam Eingeritzte (griech. syn, gemeinsam + gramma, das Eingeritzte, von kratzen), nicht im späteren, engeren Sinn von „Schriftwerk”.
Nicht jeder Schlag hinterlässt dieselbe Spur: Ein sanfter Schlag wird einen Granitblock wahrscheinlich kaum verändern. Ein heftiger Schlag kann ihn spalten.
Wir sagen dann: Der Schlag hatte mehr Kraft. Als hätte der Hammer sie mitgebracht.
Aber wie bei der Härte des Steins ist das ein Snapshot. Was wir Kraft nennen, lesen wir erst hinterher ab: daran, wie tief sich etwas eingeschrieben hat. Sie gehört weder dem Hammer noch dem Stein. Sie ist ein Name für das, was im zwischen geschehen ist.
Ein syngramm ist also eine aus einer vergangenen syngenesis hervorgegangene Spur, die als Veränderung in das weitere Geschehen eingeht und dort wieder wirksam werden kann.
Warum sich manches tiefer einschreibt als anderes, werden wir später genauer sehen. Hier genügt: Keine Spur entsteht auf leerem Grund.
Was von der syngenesis bleibt, tragen etwas und anderes als syngramm weiter.
γίγνεται — gignetai
es wird · es entsteht · es geschieht
syngenesis. So geschieht’s.
Stay tuned.

